Winter

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Der Winter ist gekommen und es ist keiner wie die üblichen. Der Winter 1916 / 1917 wird der schneereichste des Jahrhunderts sein. Schützengräben, Saumpfade und Strassen verschwinden unter der weissen Schneedecke. Der Berg verändert sein Antlitz, die Landschaft verwandelt sich, ist zur gleichen Zeit bezaubernd und gefährlich wie eine auf dem weissen Meer ausgebreiteten Sirene.
Viele Männer werden unter dem, einmal ungestümen, einmal lautlosen Wehen des Sturmes oder der Lawine, fallen. Die Versorgungskolonnen schlängeln sich auf beiden Seiten, der italienischen und der österreichischen, auf zufällig in Schnee und Eis getrampelten Saum- und Fusspfaden den Berg hoch. Sie transportieren all das Überlebenswichtige zu ihren Kameraden. Diese sind zur vorübergehenden Bewegungslosigkeit verurteilt. Sie harren unter haufenweise Schnee aus, in Tunnels, welche ebenfalls in den Schnee gegraben wurden, in Baracken, die während den Sturmnächten, ächzen und stöhnen. Die Männer der beiden kriegführenden Armeen haben nun einen anderen Feind zu bekämpfen: den Winter.
Auch die Sperre der mittleren Vallarsa wird von dem weissen Meer verschluckt. Grosse Schneemassen lösen sich von Wänden des Corno di Vallarsa und vom oberen Teil der Val Foxi. Man hört von Versorgungskolonnen, die aufgebrochen und nie angekommen sind. Sie wurden von einer Lawine überwältigt, mit samt den Waffen und den Vorräten ins Tag gespült und im Frühling wiedergefunden, als in der Vallarsa die Schneeglöcklein und Krokusse blühen.
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Auszug aus dem Buch Corno Battisti, "Occhio" del Pasubio sulla Vallarsa, La catture di Cerare Battisti e Fabio Filzi S. 65

 
Quelle: Infotafel beim Lempruchlager
 
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