Dreisprachenspitze, Lempruchlager und Goldseestellung Tour
Routenbeschreibung
Dies ist die einfachste Tour, welche ich bis jetzt gemacht habe und kann grundsätzlich von jedermann begangen werden. Selbst meine 70-jährigen Eltern haben sich die Stellungen angeschaut, was für die Einfachheit dieser Route spricht.
Der Startpunkt ist die Passhöhe des Stilfserjochs auf 2'757 Meter über Meer. Das Auto kann problemlos auf einem der verschiedenen Parkplätze abgestellt werden.
Auf dem Wanderweg Nr. 20 steigt man während ca. 10 Minuten relativ steil bis zur Dreisprachen-Spitze (2'860 m.ü.M.) hoch. Der Weg ist breit und kann mit Turnschuhen gut begangen werden.
Schon während des Aufstiegs kommt man an verschiedenen Stellungsresten der österreichisch-ungarischen Armee vorbei. Links neben dem Weg findet man Drahtkörbe, mit denen die Schützengräben gebaut wurden. Wenig unterhalb des Gipfels passiert man eine Maschinengewehr-Stellung, welche das Vorfeld der Passhöhe unter Beschuss nehmen konnte. Oben angekommen hat man auch schon das steilste Stück der Tour hinter sich. Von jetzt an geht es praktisch nur noch flach weiter.
Auf dem Gipfel der Dreisprachen-Spitze befindet sich das Berghaus Rifugio Garibaldi. Ein Besuch im Innern lohnt sich. Hier kann man sich ein Bier genehmigen und die verschiedenen Gegenstände und Fotos aus dem ersten Weltkrieg anschauen. Diese geben einem einen ersten Eindruck dieser Zeit.
An der steil abfallenden Bergflanke, unmittelbar neben dem Berghaus, befinden sich die Reste einer kaiserlichen Stellung, genannt „Schweizergraben“. Leider sind ausser ein paar Stacheldrahthindernissen und Drahtkörben, nicht mehr viel zu sehen. Die Österreicher haben an dieser Stelle den Schützengraben direkt neben der Staatsgrenze zur Schweiz gebaut. Das gab Sicherheit, da es für die italienische Artillerie äusserst schwierig war, die feindlichen Stellungen zu treffen, ohne Schweizer Boden zu berühren. Es war den Italienern nicht mal gestattet, dass ihre Granaten Helvetisches Territorium überflogen.
Folgt man weiter dem Wanderweg Nr. 20 passiert man verschiedene Ruinen von Baracken und Lagerschuppen, und zur Linken kann man das Denkmal an die ungarischen Kämpfer besichtigen, welche auf der Dreisprachenspitze stationiert waren.
Nach ca. einer Viertelstunde kommt man im Lempruchlager an. Dieses österreichische Truppenlager ist nach dem Generalmajor Freiherr von Lempruch, Kommandant des Verteidigungsrayons I, benannt.
Folgt man dem Weg weiter, erreicht man nach weiteren 20 Minuten die Goldseestellung und den gleichnamigen See. Hier befand sich eine österreichische Artilleriestellung, welche die italienischen Linien unterhalb des Stilfserjochs und bis rüber zur Trafoiereiswand unter Beschuss nehmen konnte. Neben dem Unterkunftsgebäude sind noch die Reste der Transportseilbahn, ein Beobachtungsposten und ein betonierter Schützengraben mit Schiessscharten zu sehen.
Zurück geht es den gleichen Weg und in ca. 45 Minuten gelangt man zurück zur Passhöhe.
 
Lageplan
 
Karte der Tour
 
Panorama auf die Stilfserjoch Strasse mit in der Mitte dem Joch, links dem Monte Scorluzzo (3'094 m.ü.M.), rechts direkt neben dem Passübergang die Dreisprachenspitze (2'841 m.ü.M) und ganz recht die Rötelspitze (3'026 m.ü.M.).
Mit dem Fahrrad eine wunderschöne Tour.
Quelle: Postkare und www.schwobaland-extrem.de/Stilfserjoch_2752m.jpg
Die Passhöhe des Stilfserjochs (2'757 m.ü.M.) von der Terrasse des Rifugio Garibaldi (2'841 m.ü.M.) aus gesehen.
Dies ist der Ausgangspunkt dieser Tour (15.10.2001).
Die Passhöhe des Stilfserjochs, auch Ferdinandshöhe genannt, dargestellt in einer Postkarte aus dem Jahre ca. 1905.
Im Hintergrund der später hart umkämpfte Monte Scorluzzo (3'094 m.ü.M.) und der Kleine Scorluzzo (ca. 2'950 m.ü.M.).
Quelle: www.gomagoi.com
Die Passhöhe des Stilfserjochs vor dem Krieg. Im Hintergrund die Dreisprachenspitze (2'860 m.ü.M.) mit dem gleichnamigen Hotel. Im Vordergrund das Hotel Ferdinandshöhe, welches von den italienischen Granaten zerstört wird.
Quelle: Buch Il Capitano sepolto nei Ghiacci S.72
Mit freundlicher Erlaubnis des Verlagshauses Alpinia
Die Passhöhe des Stilfserjoch während des Krieges mit dem zerbombten Hotel Ferdinandshöhe und dem auf der Dreisprachenspitze, welches durch ein Feuer zerstört wird.
Quelle: Informationstafel im Forte di Oga
 
Das Hotel Dreisprachenspitze
Quelle: Informationstafel auf der Dreisprachenspitze
 

Eine weitere Aufnahme des Hotels Dreisprachenspitze.
Quelle: http://ansicht.kaar.at/

 
Dies ist ein sehr wichtiges Foto. Es wurde kurz vor dem Beginn des Krieges aufgenommen und zeigt italienische Alpini vor dem Hotel Franzeshöhe. Das bedeutet, dass der Stilfserjoch Pass in den ersten Kriegstagen im Besitzt der Italiener war. Die Österreicher eroberten ihn jedoch schon bald mit Leichtigkeit.
Quelle: Buch Il Capitano sepolto nei Ghiacci S.77
Mit freundlicher Erlaubnis des Verlagshauses Alpinia
 
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