Forte Corno d'Aola und Bocchetta di Càsola Tour
Routenbeschreibung
Um es gleich vorweg zu nehmen, lohnt sich diese Wanderung aus geschichtlicher Sicht nicht. Vom Fort ist nur noch der kümmerliche Rest einer Wand zu sehen, und die wenigen Geschützkavernen, welch ich finden konnte, sind die Mühe von über 6 Stunden Marsch nicht wert. Wen es aber mehr wegen der Natur in die Berge zeiht, so kommt er aufgrund der reizvollen Landschaft durchaus auf seine Rechnung.

Bis zur Skistation von Valbione (1'517 m.ü.M.) kann man mit dem Auto fahren und erspart sich somit gut 250 nicht sehr reizvoll Höhenmeter durch den Wald. Die alte Militärstrasse ist holperig und eng, und bei Gegenverkehr muss man Acht auf seine Seitenspiegel geben, denn die Strassenbreite variiert zwischen 3 und max. 4 Meter. Die richtige Abzweigung von der Staatsstrasse 42 auf die ehemalige Militärstrasse zu finden, ist nicht ganz einfach. Leider weist keine Tafel den Weg, aber mit der hier aufgeführten Karte sollte es kein Problem sein.
Schon beim Hochfahren stösst man auf die ersten Zeugen des Krieges. Am Wegesrand stehen im Abstand von 1 km Meilensteine, welche die Distanz von der Brücke über dem Oglio unten im Tal bis zum Fort angeben.
Ist man bei der Skistation angekommen und hat man das Auto parkiert, folgt man weiter der alten Militärstrasse, dem heutigen Wanderweg Nr. 47. Die Steigung der Strasse wurden von den Genietruppen der Arme recht flach angelegt, damit die schweren Geschütze leichter zu ihren Stellungen gebracht werden konnten. Vorbei an noch mehr Meilensteine aus dem Krieg, erreicht man in gut ¾ Stunden das Berghaus A. Petitpierre (1'920 m.ü.M.). Hier stand füher das Fort Corno d’Aola. Leider ist – wie weiter oben schon erwähnt – ist nur noch eine Wand zu sehen (mehr dazu im Abschnitt "Geschichtliches" am Ende dieser Bilderserie).
Von hier folgt man dem Wanderweg Nr. 40 in Richtung Baita del Pastore. Der Pfad ist recht breit und steigt nur wenig an, und nach weiteren 45 Minuten hat man die Baita di Pozzuolo (2'020 m.ü.M.) erreicht.
Hier zweigt nun der Weg Nr. 41 ab, der zur Bocchetta di Càsola (2'497 m.ü.M.) führt. Dieser Abschnitt der Wanderung ist der anstrengenste. Der Pfand windet sich in unzähligen Kehren steil die Bergflanke hoch und nach gut einer Stunde hat man den Pass, oder eben die Bocchetta die Càsola, erreicht. Eine gute Kondition ist hier von Vorteil. Die Steigung kann aber auch von Normalsportlern bewältigt werden.
Von der Bocchetta steigt man, immer noch dem Wanderweg Nr.41 folgend, in Richtung Valbione ab. Nach einer knappen Stunde gelangt man zu den ersten beiden Geschützkavernen, in denen die Artillerie des Forts später im Krieg untergebracht waren. Beide sind leider eingestürzt.
10 Minuten später, kommt man bei einem verfallenen und von der Vegetation überwucherten Gebäude vorbei. Ob es ebenfalls aus der Zeit des 1. Weltkrieges stammt, kann ich nicht sagen. Viel ist leider auch hier nicht zu sehen.
Weiter unten, auf gleicher Höhe einer der zahlreichen Kehren, befindet sich eine weitere Geschützkaverne. Eine Tafel warnt vor herabfallenden Steinmassen im Innern und weist darauf hin, dass die Parkleitung jede Haftung ablehnt. Die Kaverne kann, auf eigenes Risiko, besichtigt werden. Von Vorteil ist nun eine gute Taschen- oder Stirnlampe, denn der Stollen ist nicht beleuchtet. Ungefähr in der Mitte des Schachtes liegt grosser Haufen Steine, die von der Decke gefallen sind! Es empfiehlt sich, nicht zu lange im Innern zu verweilen.
Nach der Besichtigung und gut 1 ½ Stunden später, erreicht man wieder das Auto. Auf diesem Abschnitt kreuzt man immer wieder die frischgebauten Skipisten. Leider wurde dabei die Militärstrasse durch die schweren Maschinen zerstört. Aber Skitouristen bringen halt mehr Geld als alte Bauten aus dem 1. Weltkrieg.

Totalzeit inkl. Pausen, ausgiebigem Fotografieren und erkunden der Stellungen: 6 ¼ Stunden
Distanz: ca. 7 km
Höhendifferenz von der Skistation Valbione aus: 980 m

 
Übersichtskarte
 
Karte der Wanderung. Der rote Teil des Weges kann mit dem Auto zurückgelegt werden, der blaue zu Fuss. Die drei pinken Quadrate markieren die ungefähre Position der Geschützkavernen.
 
 
Meilensteine mit der Kilometerangabe von der Brücke über den Oglio bis zum Forte Corno d’Aola. Die gesamte Strecke von 7.890 km wurde mit solchen Distanzangaben versehen. Leider sind die Steine der Kilometer 1, 3 und 4 nicht mehr auffindbar (5.9.2005).
Das Forte Corno d’Aola damals. Im Hintergrund ist der Tonal Pass (1'883 m.ü.M.) zu sehen, auf dem sich die Staatsgrenze zwischen den Königreich Italiens und dem Kaiserreich Österreich-Ungarn befand. Während des Grossen Krieges verlief auf dem Pass die Frontlinie.
Quelle: Buch Le testinomianze della Grande Guerra S.90
Das ist alles was vom Fort heute noch übrig bleibt. Eine einzelne Mauer! Deutsche Truppen, welche sich im Februar 1945 auf dem Rückzug befanden, sprangen das Fort in die Luft, bevor sie es verliessen. An seiner Stelle steht nun das Berghaus A. Pettitpierre (5.9.2005).
Das Fort während des Krieges (1'920 m.ü.M.).
Quelle: Buch Guerra Alpina Sull'Adamello 1915 - 1917 S. 56
Das Fort mit den gepanzerten Kuppeln.
Quelle: www.fortificazioni.net
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