| Forte
Corno d'Aola und Bocchetta di Càsola Tour |
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| Eine
weiter Aufnahme aus dem überwucherten Innern (5.9.2005). |
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| Warntafel
vor der dritten Kaverne. Von unten her gezählt ist es die erste. Übersetzung: Einsturzgefährdetes Gewölbe. Die Parkleitung lehnt jede Verantwortung ab. |
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| Der
Eingang zur Kaverne (5.9.2005). |
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| Das
Innere der Kaverne in Richtung Geschützstellung (5.9.2005). |
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| Blick
aus der Geschützstellung in Richtung Berghaus A. Petitpierre, wo
sich die Reste des Forte Corno d’Aola befinden (5.9.2005). |
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| Das
Berghaus A. Petitpierre und rechts die kümmerlichen Reste des Forts
(5.9.2005). |
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| Der
Rückweg aus der Kaverne. Der Haufen Felsen und Steine, den man im
Vordergrund sieht, ist alles Material, das von der Decke runtergefallen
ist. Will man sich eine Kaverne oder auch einen Unterstand von innen ansehen,
so ist immer zu bedenken, dass diese Bauten mehr als 80 Jahre alt sind,
und dass sie seit dem Ende des Krieges nicht mehr instand gesetzt wurden.
ES BESTEHT STÄNDIG EINSTURTZGEFAHR!!! Entscheidet man sich trotzdem
hinein zu gehen, so sollte man nicht länger als unbedingt nötig
im Innern verbleiben. DAS BERÜHREN VON TRAGENDEN ELEMENTEN MUSS UNTER
ALLEN UMSTÄNDEN VERMIEDEN WERDEN!!! |
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| Tunnelarbeiten
mit einem Presslufthammer. Quelle : Buch La Grande Guerra sulle montagne lombarde della Valle Camonica, Escursioni storiche S. 175 |
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Presslufthammer Quelle: www.grandeguerrasulpasubio.net |
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| Die
Militärstrasse, über welche die Geschützstellungen versorgt
wurden, ist heute der Wanderweg Nr. 41 (5.9.2005). |
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| Neben
all den kriegerischen Gegebenheiten, welche in dieser Gegen stattgefunden
haben und einen zum Nachdenken anregen, gibt es immer wieder Momente,
in denen man sich der wunderschönen Natur erfreuen kann. Ein Fliegenpilz
am Wegesrand (5.9.2005). |
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Geschichtliches |
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| Während
des Grossen Krieges war der obere Teil der Valle Camonica, und speziell
die Berge um die Ortschaft Ponte
di Legno, der Schauplatz einer regen militärischer Bautätigkeit.
Die wichtigste dieser Einrichtungen war das Fort Corno d’Aola. Die
Festung befand sich auf dem Dosso
Prepazzone (oder auch Premassone geschrieben), auf einer Höhe
von 1'900 Metern über Meer, direkt am Fusse des Grates gelegen, welcher
sich hoch zum Corno
d’Aloa (2'648 m.ü.M) erhebt. In dieser Zeit wurde
der gesamte Bergrücken befestigt und mit den Artilleriestellungen
kleineren (bis zu 75
mm) und mittleren (bis zu 149
mm) Kalibers versehen. Diese Stellungen hatten die Aufgabe, zusammen
mit den Geschützen des Forts, eine mächtige Barriere aus Feuer
und Stahl auf die feindlichen Linien am Passo
del Tonale (1'880 m.ü.M) zu erstellen.
Am Ende des Jahres 1913, oder zumindest zu Beginn 1914, war der Bau abgeschlossen. Im Verbund mit weiteren 44 Forts modernen Typs, welche ebenfalls bis 1913 fertig gestellt werden sollten, sicherte die Festung die italienisch – österreichische Staatsgrenze. Die Aufgabe der verschiedenen Befestigungsanlagen war, eine eventuelle Invasion über die Hauptverkehrsachsen, während eines Zeitraums von 25 bis 30 Tagen, zu stoppen, um der Armeeführung genügend Zeit zu verschaffen die Streitkräfte zu mobilisieren. Das Bollwerk wurde in einer dominierenden Position über dem Sattel des Tonales errichtet und war in der Lage, sowohl die eine, wie auch die andere Seite des Passes unter Beschuss zu nehmen. Es war von strategischer Wichtigkeit für die Verteidigung der vorgeschobenen italienischen Stellungen auf dem Pass, welche die erste Linie des Defensivsystems darstellten. Zusammen mit der Schützengraben-Linie bei der Bocchetta di Valle Massa, auf der gegenüberliegenden Seite des Oglio Tales, stelle es die zweite von mehreren nach hinten versetzen Linien der italienischen Front dar. Die Bastion war mit vier (andere Quellen sprechen von sechs) Geschützen des Typs 149A ausgestattet, welche durch gepanzerte Stahlkuppel geschützt wurden. Sie stellte die einzige befestigte italienische Verteidigungsanlage dar, die den fünf, unmittelbar auf der anderen Seite des Tonale Passes befindlichen österreichischen Forts (die Werke Presanella, Tonale, Mero, Strino und Velon), gegenüber stand. Die Hauptziele der Geschütze war die Kontrolle der Strasse, die von Vermiglio aus zum Pass führte, und eben dieser Forts/Werke. Die Artillerie des Forte Corno d’Aola war in der Lage, die österreichischen Befestigungen zu treffen. Diese hingegen konnten nicht angemessen reagieren, da sie über keine Geschütze mit genügend grosser Reichweite verfügten. Von ihrer strategischen Position aus, beteiligten sich die verschiedenen Kanonen des Festung, speziell diejenigen des Kalibers 149 mm, an diversen Schlachten des "Weissen Krieges" – der Krieg über 3'000 Meter Höhe. Im September 1915 mussten jedoch die Geschütze nach hinten, auf den Dosso delle Pertiche versetzt wurden. Das Gebäude war in drei Stockwerke aufgeteilt. Im Norden befanden sich die gepanzerten Stahlkuppeln mit den Geschützen, in der Mitte stellte der vorgeschobene Teil den Kommandoposten dar und im südlichen Teil befanden sich die Unterkünfte. Zu den Einrichtungen gehörten Generatoren zur Stromgewinnung, eine Druckluftanlage zum Verdrängen der Explosionsgase aus dem Innern, eine Belüftungsanlage und eine Zentralheizung. Zwei Zisternen, mit einem Fassungsvermögen von ca. 60 Kubikmeter, waren im Fussboden eingelassen und wären bei einem Unterbuch der Versorgung zum Einsatz gekommen. Normalerweise wurde das Wasser in der Conca di Pozzuolo gefasst. Dafür wurden extra zwei, noch heute sichtbare Rückhaltebecken gebaut und mittels einer Rohleitung mit dem Fort verbunden. Auf der rechten Seite des Gebäudes befand sich ein langer Tunnel, welcher als Munitionsdepot verwendet wurde. Dieses war durch einen langen, schmalen Gang mit dem Hauptgebäude verbunden. Die Granaten und Treibladungen wurden mittels speziellen Wagen, welche auf im Boden eingelassenen Schienen fuhren, zu den Geschützen transportiert. Man kann also sagen, dass das Fort mit der modernsten Technik der Zeit ausgestattet war. Zum Schutz vor feindlicher Infanterie, war das Bauwerk von metallischen Zäunen umringt, welche an den elektrischen Strom angeschlossen waren. Diese wurden mit Tarnfarbe angestrichen, um sie besser vor der feindlichen Luftaufklärung zu verstecken. Ausser über die Militärstrasse, war die Festung durch eine Transportseilbahn von ca. 2 km Länge mit dem Tal verbunden. Die Talstation befand sich in Castelpoggio, wo sich heute die Burg von Poia befindet. Auf dem Hügel, welcher heute von den Mauern der Burg überragt wird, wurde zu Kriegszeiten die "Ritotta del Dosso di Poia" errichtet. Dieses Reduit und der kleine Hügel, waren von einem Schützengraben umringt, der mit den Stollen, den Felsunterständen im Innern und der Talstation verbunden war. Am 9. Juni 1915 unterstützten die Kanonen des Forts den Angriff des Battaglione Morbegno auf die Conca Presena, mit dem Ziel, die feindlichen Stellungen auf den Monticelli zu erobern. Das Bombardement konzentrierte sich auf den hinteren Teil der Valle Presena, genauer auf die Malga Pece (Malga = Alm), um zu verhindern, dass der Feind Verstärkung und Nachschub über die Militärstrasse Erzherzog Eugen heranschaffen konnte. Die mächtigen Batterien des Forte Corno d’Aola waren aber nicht in der Lage, den Presena Gletscher, die befestigten österreichischen Stellungen am Passo Paradiso, oder die diejenigen bei den Laghetti del Presena zu treffen. Der Grund dafür war, dass die im Fort installierten Geschütze keine präzisen und kurzen Schüsse erlaubten, um den Castellaccio Grat zu überschiessen, um so die feindlichen Linien direkt zu treffen. Am 25. August 1915, während der Schlacht zur Eroberung der Linie Punta di Castellacio (3'029 m.ü.M.) – Punta di Lago Scuro (3'166 m.ü.M.) – Cima Peyer (3'056 m.ü.M.), steigerten die Batterien zwischen dem Morgengrauen und vier Uhr nachmittags nochmals das Feuer auf den hinteren Teil der Valle Presena. Neben diesem Ziel wurde ebenfall sie österreichischen Werke Presanella und Tonale unter Beschuss genommen. Im letzteren traf eine italienische Granate das Munitionsdepot und sprenge dieses und eine gepanzerte Kuppel in die Luft. Um die Alpinitruppen des Battaglione Morbegno zu unterstützen, wurde ebenfall der äusserst leistungsfähige Scheinwerfer des Forts eingesetzt. Später, in der ersten Hälft des September 1915, zerstörten die Kanonen den Rifugio Mandrone. Gegen ende September 1915 brachte die österreichischen Armee zwei Skoda M11 30,5 Mörser in der Nähe der Baita Velon, in der Valle Vermiglio, in Position (andere Quellen besagen, dass die Geschütze bereits ende August aufgestellt wurden). Aus dieser Stellung wurde die italienische Festung unter Beschuss genommen. Das Fort, welches ein unbewegliches, leicht zu lokalisierendes und dadurch verwundbares Ziel darstellte, wurde oft von der sehr genauen feindlichen Artillerie getroffen. Zum Glück für die Italiener, handelte es sich bei mehr als 60% der Granaten um Blindgänger, welche nicht explodierten. Im Oktober 1915 zum Beispiel, durchschlug eine Granate des Kaliebers 305 eine der 150 mm starken gepanzerten Stahlkuppeln und drang in die darunter liegenden Räume ein. Auch hierbei kam es nicht zur Explosion. Auf jeden Fall waren mit der Zeit die Schäden am Gebäude derart gross, dass das italienische Oberkommando den Entschluss fasste, das Bollwerk zu räumen. Damit wurde vermieden, dass es zu einer tödlichen Falle wurde. Das Fort war nicht dafür konzipiert, um den mächtigen 305er Granate stand zu halten. Es war aus Beton gebaut, welches den Stein ersetzt hatte. Die italienischen Techniker hatten die Möglichkeit ausgeschlossen, dass die Österreicher in der Lage sein konnten, grosskaliebrige Geschützen in die Alpen zu schaffen. Aus diesem Grund wurde es für die Wirkung der mittleren Kalieber ausgelegt. Es verfügte an der Frontseite über eine 3 - 4 m starke Panzerung und über eine Decke von 2 - 2,5 m Stärke, die jedoch ohne verstärkendes Stahlgerippe ausgestattet war. Die grossen Granaten des Skoda M11 Mörsers hingegen waren in der Lage, das Mauerwerk des Forts zu vernichten. Man halte sich vor Augen, dass die schwächere 305/8 Granate, welche 287 kg wog, eine Durchschlagskraft in Beton von 2,90 m besass. Die 305/10 hingegen, welche 390 kg auf die Wage brachte, war in der Lage, Mauern von einer Stärke bis zu 4,95 m zu durchdringen. Von den Geschützen, welche das Fort bestückten, blieb nur eines in Position. Die anderen wurden weiter zurück, auf den Dosso delle Pertiche, oberhalb der Conca di Casolà, versetzt. Hier wurde eine neue Batterie eingerichtet, die eine schlagkräftige Feuertätigkeit auf den Tonale Pass entwickelte. In den leerstehenden Geschützbrunnen wurden schwarz bemalte Baumstämme untergebracht. Aus der Ferne erweckten sie den Eindruck, dass das Fort immer noch bestückt war. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden dann auch die letzte Kanone auf den Dosso delle Pertiche in Position gebracht. Die Ereignisse zeigen, dass das Fort Corno d’Aola, aufgrund der topographischen Eigenschaften des Geländes, zu weit nach hinten versetzt errichtet wurde. Somit war es nicht in der Lage, ein effizientes Verteidigungsfeuer zu entwickeln. Ein weiterer grosser Nachteil der Festung war der, dass sie über keinen Beobachtungsposten verfügte, welcher die feindlichen Linien einsehen konnte. Dieser war mit den Stellungen auf den Monticelli vorhanden, wurde aber am Tag des Kriegseintritts Italiens aufgegeben. Auf der östlichen Seite des Forts gab es jedoch eine kleine Feldwache, welche auf die Senke des Tonales blicken liess. Über 50 Stahlstufen erreichte man eine gepanzerte Kuppel, die mit einem verschliessbaren Fenster versehen war. Der obere Teil der Val die Sole (zu deutsch Sulzberg) war während des ganzen Jahres 1916, zusammen mit den Batterien bei Pontagna und in der Nähe von Ponte di Legno, eines der Hauptziele der Befestigung. Die Italiener wussten, dass die Zivilbevölkerung von Vermiglio - erste Ortschaft auf der österreichischen Seite des Tonale Passes - evakuiert worden war, und dass die Behausungen von der feindlichen Armee als Kasernen oder Lagerräume verwendet wurden. Nach dem Ende des Krieges, wurde das Fort bis ins Jahr 1927 nicht mehr genutzt. Das Verteidigungsministerium vermietete es dann an den Commendatore Emilio Antonioli aus Manerbio, damit daraus eine Ferienkolonie für die Angestellten der Wollweberei Montozzo entstand. Die Kolonie beherbergte in den Sommermonaten bis zu 120 Personen. Auf Initiative des Commendatore entstand im Jahre 1930, etwas abseits des Bollwerks, eine Kapelle aus Granit. Am 9. Februar 1945 wurde das Fort von deutschen Truppen in die Luft gesprengt und komplett zerstört. Sie befanden sich auf dem Rückzug und das deutsche Oberkommando befürchtete, dass auf der Hohe des Tonale Passes und längs der Linie der "Ridotta Garibaldina" eine feindliche Verteidigungsstellung hätte errichte werden können. Durch die Zerstörung wollte sie verhindern, dass das strategisch wichtige Fort in feindliche Hände fiel. Gewisse Quelle berichten, dass 300 Doppelzentner Sprengstoff verwendet wurden. Während einer Zeitdauer von ca. drei Monaten, zwischen dem Ende 1944 bis Beginn 1945, wurden die Kisten mit dem explosiven Material von Pferden und Mulis gezogenen Schlitten zur Festung gebracht. Der Bevölkerung von Ponte di Legno wurde über das Datum und den Zeitpunkt der Sprengung informiert. Sie wurde angewiesen, die Fenster der Häuser zu öffnen, damit die Scheiben nicht beschädigt wurden. Auch die kleine Kirche wurde geplündert und für die Sprengung vorbereitet. Sie wurde aber durch eine noble Geste des katholischen deutschen Offiziers verschont, welcher beauftragt war, die Zerstörung durchzuführen. Heute, mehr als 90 Jahre nach der Fertigstellung des einzigen Forts im oberen Teil der Valle Camonica, ist alles was geblieben ist eine einzelne Mauer. Die Kanonen des Forte
Corno d’Aola Ich habe diesen Text frei aus dem Italienischen übersetzt, und da meine Kenntnisse in Sachen Fachausdrücke des ersten Weltkrieges nicht sehr profund sind, kann es durchaus sein, dass sich gewissen Wiedergaben etwas unpräzise anhören. Wenn jemand einen Fehler auffallen sollten, so bin ich um jede Meldung dankbar.
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Historische Quellen: |
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